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Third Party Risk Management (TPRM)

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Sebastian Leinhos

Managing Director

TPRM: Third Party Risk Management (kurz: TPRM) umfasst alle Maßnahmen zur Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken aus externen Geschäftsbeziehungen.

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Inhalt
Third Party Risk Management – Key Takeaways
Externe Zugriffe, ausgelagerte Services und Abhängigkeiten erhöhen das Risiko für Sicherheitsvorfälle, Compliance-Verstöße und operative Störungen. TPRM schafft Kontrolle und Transparenz.
TPRM folgt einem klaren Lebenszyklus von der Identifikation und Bewertung über Risikobehandlung und Monitoring bis zum geregelten Offboarding von Drittparteien.
Auch bei ausgelagerten Leistungen verbleibt die Verantwortung für Sicherheit, Compliance und Stabilität stets beim Unternehmen selbst.
TPRM lässt sich nahtlos in bestehende IT-, Risiko- und Governance-Strukturen integrieren und unterstützt einen kontrollierten Umgang mit externen Abhängigkeiten.
Mit ServiceNow lassen sich Drittparteien zentral erfassen, Risiken strukturiert bewerten und Maßnahmen über den gesamten Lebenszyklus hinweg dokumentieren und überwachen.

Was versteht man unter Third Party Risk Management (TPRM)?

Third Party Risk Management (TPRM) beschreibt alle Prozesse und Methoden, mit denen Unternehmen Risiken steuern, die aus der Zusammenarbeit mit externen Parteien entstehen. Dazu zählen Lieferanten, Dienstleister, IT-Anbieter oder Cloud-Partner, die Zugriff auf Systeme, Daten oder kritische Geschäftsfunktionen erhalten.

Im Kern geht es um die strukturierte Bewertung externer Risiken über alle Geschäftsbeziehungen hinweg. Jede Auslagerung und jede zusätzliche Schnittstelle erhöhen die Abhängigkeit und damit das Risiko.

Third Party Risikomanagement schafft einen strukturierten Ansatz, um Drittparteirisiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und kontrolliert zu steuern. TPRM begleitet Drittparteien über die gesamte Geschäftsbeziehung, von der Due Diligence über laufende Risikobewertungen bis hin zum geregelten Offboarding. Ziel ist es, Sicherheitsverletzungen, Compliance-Verstöße, finanzielle Schäden oder Reputationsschäden zu vermeiden.

In der Praxis verbindet TPRM klassisches Risikomanagement mit Cybersicherheit, Compliance, Governance und operativem Management. Klare Prozesse, definierte Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Bewertungen und unterstützende Tools sorgen dafür, dass Drittanbieter-Risiken nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit Geschäftsbeziehungen, regulatorischen Anforderungen und dem tatsächlichen Risikoprofil.

Kurz gesagt: TPRM macht externe Abhängigkeiten beherrschbar.

Warum ist TPRM wichtig für Unternehmen?

Unternehmen arbeiten heute kaum noch isoliert. IT-Dienstleister, Cloud-Anbieter, SaaS-Plattformen, externe Berater oder spezialisierte Auftragnehmer sind fester Bestandteil moderner Organisationen. Jede ausgelagerte Aufgabe, jeder externe Zugriff und jede neue Schnittstelle erhöht auch das Risiko. Third Party Risk Management schafft den notwendigen Rahmen, um diese externen Risiken systematisch zu erfassen und zu steuern.

Fehlende Kontrollen, unklare Verantwortlichkeiten oder unzureichende Risikobewertungen öffnen Schwachstellen, die direkte Auswirkungen auf Betrieb, Daten und Reputation haben können. TPRM erweitert das Risikomanagement gezielt auf alle relevanten Drittparteien.

Hinzu kommen regulatorische Anforderungen. Vorgaben wie DSGVO oder DORA verlangen eine nachweisbare Aufsicht über Drittanbieter, insbesondere bei Datenverarbeitung, Cloud Computing oder kritischen Dienstleistungen. Am Ende liegt die Verantwortung immer beim Unternehmen selbst.

Drittparteien-Risikomanagement stellt eine Voraussetzung dar, um Outsourcing, Digitalisierung und externe Partnerschaften rechtssicher, kontrolliert und belastbar zu gestalten.

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Der Lebenszyklus im Third Party Risk Management

Third Party Risk Management folgt einem klar strukturierten Lebenszyklus. Ziel ist es, Drittparteien systematisch zu erfassen, Risiken frühzeitig zu bewerten und über die gesamte Zusammenarbeit hinweg kontrollierbar zu halten. Die einzelnen Phasen bauen logisch aufeinander auf und bilden die Grundlage für ein wirksames TPRM.

1. Identifikation von Drittparteien

Am Anfang steht der vollständige Überblick. Unternehmen erfassen alle relevanten Drittparteien, darunter Anbieter, Dienstleister und Partner, die Zugriff auf Systeme, Daten oder kritische Prozesse haben.

Auf Basis eines zentralen Inventars werden diese Drittparteien nach Art der Zusammenarbeit, Zugriffstiefe und Kritikalität klassifiziert. So entsteht Transparenz über potenzielle Risiken und Abhängigkeiten.

2. Bewertung und Auswahl

In der Bewertungsphase prüfen Unternehmen potenzielle oder bestehende Anbieter anhand definierter Kriterien. Dazu gehören unter anderem Sicherheitsstandards, regulatorische Anforderungen, organisatorische Reife und wirtschaftliche Stabilität.

Durch strukturierte Due-Diligence-Prüfungen und erste Risikobewertungen lässt sich frühzeitig erkennen, ob eine Zusammenarbeit tragfähig und verantwortbar ist.

3. Risikoanalyse

Die Risikoanalyse vertieft die Bewertung und ordnet Risiken systematisch ein. Drittparteien werden anhand etablierter Standards wie ISO oder NIST analysiert.

Im Fokus stehen insbesondere Cyber-Risiken, Compliance-Risiken, finanzielle Risiken sowie mögliche Auswirkungen auf Betrieb und Reputation. Ziel ist eine realistische Einschätzung des Gesamtrisikos zur jeweiligen Geschäftsbeziehung.

4. Risikobehandlung und Absicherung

Auf Grundlage der Risikoanalyse werden geeignete technische und organisatorische Maßnahmen definiert. Dazu zählen neben Zugriffsbeschränkungen und vertraglichen Auflagen auch klare Regelungen für Kommunikationswege wie E-Mail.

Strukturierte Richtlinien und Kontrollen stellen sicher, dass Risiken nicht nur erkannt, sondern wirksam reduziert werden. Unternehmen entscheiden bewusst, ob Risiken reduziert, akzeptiert oder vermieden werden.

5. Vertragsmanagement und Onboarding

Verträge machen Risikomanagement verbindlich. Sicherheitsanforderungen, Datenschutzregelungen, SLAs und Compliance-Vorgaben werden klar definiert und an die Risikotoleranz des Unternehmens angepasst. Im Onboarding werden diese Vorgaben operativ umgesetzt, etwa durch geregelte Zugriffsrechte, definierte Prozesse und klare Verantwortlichkeiten.

6. Dokumentation und Reporting

Alle Interaktionen mit Drittparteien, Risikobewertungen und Maßnahmen werden zentral dokumentiert. Diese Aufzeichnungen schaffen Transparenz, unterstützen Audits und bilden die Grundlage für ein konsistentes Reporting sowie die kontinuierliche Verbesserung.

7. Kontinuierliche Überwachung

Die Risiken von Dritten verändern sich stetig. Laufendes Monitoring stellt sicher, dass Risiken innerhalb definierter Grenzen bleiben. Beobachtet werden unter anderem Sicherheitsvorfälle, regulatorische Änderungen, organisatorische Umbrüche oder negative Ereignisse, die das Risikoprofil verändern können.

8. Offboarding und Exit-Strategien

Beim Beenden einer Zusammenarbeit werden Zugriffe konsequent entzogen und Daten kontrolliert zurückgegeben oder gelöscht. Eine dokumentierte Offboarding-Phase stellt sicher, dass keine Restzugänge oder offenen Risiken bestehen und die Compliance auch nach Vertragsende gewährleistet bleibt.

Vorteile von Third Party Risk Management für Unternehmen

Third Party Risk Management schafft die Grundlage für einen strukturierten, sicheren und transparenten Umgang mit externen Beziehungen und ist ein zentraler Baustein moderner IT-Transformation.

Durch standardisierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und eine systematische Durchführung lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, bewerten und gezielt steuern. Gleichzeitig unterstützt TPRM Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen einzuhalten und externe Partnerschaften kontrolliert weiterzuentwickeln.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Reduzierte Sicherheits- und Compliance-Risiken: Risiken aus externem Zugang, Datenverarbeitung und ausgelagerten Services werden systematisch erfasst und kontrolliert.
  • Höhere Transparenz über Drittparteien: Ein zentrales Drittparteien-Inventar reduziert Komplexität und schafft eine klare Übersicht über Risiken, Abhängigkeiten und Beziehungen.
  • Stärkere operative Stabilität: Kritische Abhängigkeiten werden frühzeitig erkannt, wodurch Ausfälle und Störungen besser vermieden werden können.
  • Fundierte Entscheidungsgrundlagen: Einheitliche Risikobewertungen ermöglichen eine nachvollziehbare Priorisierung von Drittparteien und Maßnahmen.
  • Effizienzsteigerung durch Standardisierung: Wiederkehrende Bewertungen, Dokumentation und Kontrollen lassen sich vereinheitlichen und mit geeigneten Technologien unterstützen.
  • Bessere Audit- und Compliance-Fähigkeit: Vollständige Dokumentation und konsistente Prozesse erleichtern interne und externe Prüfungen erheblich.

Third Party Risk Management mit ServiceNow

Third Party Risk Management erfordert klare Prozesse, konsistente Bewertungen und eine zentrale Sicht auf jede Drittpartei. Mit zunehmender Anzahl externer Anbieter steigt der Aufwand, Risiken nachvollziehbar zu bewerten und über längere Zeit im Blick zu behalten.

ServiceNow kann dabei unterstützen, Third Party Risk Management strukturiert umzusetzen. Drittparteien lassen sich zentral erfassen, Risiken dokumentieren und Maßnahmen über den gesamten Lebenszyklus hinweg nachverfolgen.

TPRM lässt sich in eine übergreifende Risiko- und Compliance-Steuerung integrieren, etwa über Integrated Risk Management (IRM) mit ServiceNow. So werden Risiken aus externen Abhängigkeiten als Teil der gesamten Unternehmensrisiken bewertet und priorisiert.

Erkenntnisse aus der Sicherheitsüberwachung, wie sie beispielsweise in Security Operations (SecOps) anfallen, fließen ebenfalls in die Bewertung von Drittparteien ein. Sicherheitsvorfälle oder Schwachstellen bei externen Partnern lassen sich dadurch frühzeitig berücksichtigen.

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender IT-Transformation wird ein strukturierter und konsistenter Umgang mit externen Risiken zur Voraussetzung für stabile IT- und Governance-Strukturen.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist Third Party Risk Management (TPRM)?

Third Party Risk Management (TPRM) bezeichnet alle Prozesse und Maßnahmen, mit denen Unternehmen Risiken aus der Zusammenarbeit mit externen Anbietern, Dienstleistern oder Partnern identifizieren, bewerten und steuern. Ziel ist es, Sicherheits-, Compliance- und Geschäftsrisiken über den gesamten Lebenszyklus einer Drittpartei hinweg zu kontrollieren.

Als Third Parties gelten alle externen Parteien, die Leistungen für ein Unternehmen erbringen oder Zugriff auf Systeme, Daten oder Prozesse haben. Dazu zählen unter anderem Cloud- und SaaS-Anbieter, Lieferanten, Berater oder Outsourcing-Partner.

TPRM betrachtet verschiedene Risikokategorien, darunter Cyber- und Informationssicherheitsrisiken, Compliance- und Datenschutzrisiken, finanzielle Risiken, operative Risiken sowie Reputationsrisiken, die aus externen Geschäftsbeziehungen entstehen können.

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