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Zero-Trust-Architektur

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Sebastian Leinhos

Managing Director

Zero-Trust-Architektur gehört zu den wichtigsten Ansätzen moderner Cybersicherheit. Sie hilft Unternehmen, Zugriffe in verteilten IT-Infrastrukturen kontrollierter, nachvollziehbarer und risikobewusster zu steuern.

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Inhalt
Request for Proposal – Key Takeaways
Bei einer Zero-Trust-Architektur wird jeder Zugriff anhand von Identität, Gerät, Kontext und Risiko geprüft.

Für Unternehmen wird Zero Trust wichtig, weil Cloud, Remote Work, mobile Geräte und externe Partnerzugriffe klassische Sicherheitsgrenzen auflösen.

In der Praxis kombiniert Zero Trust explizite Verifizierung, minimale Rechtevergabe, Multi-Faktor-Authentifizierung, Zero Trust Network Access und kontinuierliche Überwachung.
ServiceNow schafft Transparenz über Assets, strukturiert Zugriffsprozesse, verbindet Security-Workflows und macht Governance nachvollziehbarer.

Was ist das Zero-Trust-Modell?

Das Zero-Trust-Modell ist ein modernes Sicherheitsmodell für Unternehmen, bei dem kein Benutzer, kein Gerät und kein Zugriff automatisch als vertrauenswürdig gilt. Der Grundsatz lautet: niemals blind vertrauen, immer überprüfen.

Früher wurde Sicherheit stark über das Unternehmensnetzwerk gedacht. Wer sich innerhalb des Netzwerks befand, galt als sicher. In einer Zero-Trust-Architektur (ZTA) entscheidet der konkrete Kontext jeder Anfrage, nicht mehr nur der Standort.

Geprüft wird zum Beispiel, wer auf welche Daten, Anwendungen oder Ressourcen zugreifen möchte. Auch Geräte, Rollen, Berechtigungen und mögliche Risiken fließen in die Bewertung ein. Erst danach wird das Zugriffsrecht erlaubt, eingeschränkt oder blockiert.

Warum klassische Sicherheitsmodelle in modernen IT-Umgebungen an Grenzen stoßen

Das überholte Sicherheitsmodell funktionierte wie eine Burgmauer. Draußen wurde kontrolliert, innen wurde vertraut. Doch mit Homeoffice, Cloud-Computing, mobilen Endgeräten und externen Partnerzugriffen ist diese klare Grenze kaum noch vorhanden.

In der heutigen IT-Welt laufen Anwendungen in der Cloud, Daten liegen verteilt und Nutzer greifen von unterschiedlichen Orten auf Ressourcen zu. Wenn ein Angreifer Zugangsdaten stiehlt oder ein Gerät kompromittiert, kann er sich in klassischen Netzwerken zu frei bewegen.

Der Zero-Trust-Ansatz setzt Sicherheit näher an Benutzer, Geräte, Anwendungen und Daten. So entsteht mehr Kontrolle in verteilten IT-Umgebungen und eine belastbare Grundlage für sichere IT-Transformation.

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Die 3 wichtigsten Zero-Trust-Prinzipien

Zero Trust basiert auf drei Grundregeln: Jeder Zugriff wird explizit geprüft, Rechte werden auf das notwendige Minimum begrenzt und mögliche Angriffe werden von Anfang an einkalkuliert.

Explizit verifizieren

Zero Trust geht davon aus, dass jede Zugriffsanforderung als potenzielle Bedrohung betrachtet werden sollte, bis sie authentifiziert und verifiziert ist. Jede Zugriffsanforderung wird neu geprüft, auch wenn sie aus dem Büro oder aus einem bekannten Netzwerk kommt.

Für die Entscheidung zählt das Gesamtbild aus Benutzer, Gerät, Zugriffsort, Anwendung, Berechtigungslage und aktueller Risikobewertung. Der Standort kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine Prüfung.

Minimale Rechte vergeben

Benutzer, Geräte und Systeme erhalten nur die Rechte, die sie für ihre aktuelle Aufgabe brauchen. Dieses Least-Privilege-Prinzip reduziert den möglichen Schaden, falls ein Konto kompromittiert wird.

Der Zugriff wird möglichst eng begrenzt, oft auch zeitlich über Just-in-Time-Access. So bleiben Administrationsrechte nicht dauerhaft aktiv und Angreifer finden weniger offene Wege durch die Infrastruktur.

Von einer Sicherheitsverletzung ausgehen

Zero Trust plant Angriffe von Anfang an mit. Das Zero-Trust-Sicherheitsmodell geht davon aus, dass Cyberangriffe bereits stattfinden und Schutz deshalb auch innerhalb des Netzwerks greifen muss.

Der Kern liegt in der Schadensbegrenzung. Netzwerksegmentierung, Mikrosegmentierung und kontinuierliche Überwachung verhindern, dass sich Angreifer unbemerkt von System zu System bewegen. Diese Denkweise passt besonders zu modernen Sicherheitsstrategien und stärkt auch ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), weil Risiken früher erkannt, begrenzt und dokumentiert werden.

Zero-Trust-Sicherheit: Die wichtigsten Bausteine einer Zero-Trust-Architektur

Zero-Trust-Sicherheit entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Bausteine. Identitäten, Zugriffe, Geräte, Anwendungen, Daten und Netzwerksegmente müssen gemeinsam gesteuert werden, damit die Architektur im Alltag funktioniert.

Identitäten und Multi-Faktor-Authentifizierung

Die Identität jedes Benutzers muss eindeutig geprüft werden, bevor Zugriff auf Ressourcen erteilt wird. Multi-Faktor-Authentifizierung ergänzt das Passwort um App-Freigabe, Biometrie oder Hardware-Token. So reichen gestohlene Zugangsdaten allein seltener für einen erfolgreichen Angriff aus.

Wichtig ist außerdem eine zentrale Identitätsverwaltung. Rollen, Berechtigungen und Konten müssen aktuell bleiben. Ehemalige Mitarbeiter, veraltete Gruppenrechte oder dauerhaft aktive Admin-Konten passen nicht zu einer belastbaren Zero-Trust-Strategie.

Zero Trust Network Access (ZTNA) als Zugriffsschicht

Zero Trust Network Access, kurz ZTNA, steuert den Zugriff auf Anwendungen deutlich feiner als klassische VPN-Modelle. Ein Benutzer erhält nach erfolgreicher Prüfung nur Zugang zu genau der Anwendung, die er für seine Aufgabe braucht.

Interne Anwendungen bleiben von außen schwerer auffindbar. ZTNA baut Verbindungen gezielt, verschlüsselt und sitzungsbezogen auf. Der Zugang folgt dann klaren Zero-Trust-Richtlinien statt pauschalen Zugriffskontrollen.

Zero-Trust-Netzwerkarchitektur und Segmentierung

Eine Zero-Trust-Netzwerkarchitektur begrenzt den Bewegungsraum innerhalb der Infrastruktur. Das Netzwerk wird in kleinere, logisch getrennte Bereiche aufgeteilt, damit ein kompromittiertes Gerät keinen freien Weg zu kritischen Systemen erhält.

Diese Netzwerksegmentierung ist vor allem gegen Lateral Movement wichtig. Ransomware oder andere Cyberbedrohungen können sich so schwerer von einem Arbeitsplatzrechner zu Datenbanken, Servern oder zentralen Services bewegen.

Der Schutz entsteht durch klare Regeln auf Anwendungsebene und zwischen einzelnen Segmenten. Nur ausdrücklich erlaubte Kommunikation wird zugelassen. Alles andere bleibt blockiert oder wird zusätzlich geprüft.

Kontinuierliche Überwachung von Geräten, Anwendungen und Daten

Ein erfolgreicher Login reicht in einer ZTA nicht als dauerhafte Freigabe. Geräte, Anwendungen, Datenströme und Verhalten müssen laufend überwacht werden.

Dazu gehört der Gerätestatus. Verschlüsselung, aktuelle Sicherheitsupdates und aktive Schutzsoftware entscheiden mit darüber, ob ein Endpunkt Zugriff erhält. Ein lückenloses Patch-Management sorgt dafür, dass veraltete Endpunkte und Server schneller erkannt und abgesichert werden.

Ungewöhnliche API-Aufrufe, große Datenbewegungen oder auffällige Logins können Hinweise auf Datenlecks oder aktive Angriffe liefern. Mit IT-Monitoring werden solche Signale sichtbar und lassen sich schneller in Maßnahmen überführen.

Die größten Hürden bei der Einführung von Zero-Trust-Architektur

Zero Trust klingt in der Theorie einfach. In der Umsetzung wird es anspruchsvoll, sobald alte Anwendungen, gewachsene Rechte und externe Zugriffe sortiert werden müssen. Bei diesem Thema sollte eine Zero-Trust-Roadmap früh klären, welche Bereiche zuerst abgesichert werden und wo die größten Risiken liegen.

Typische Hürden sind:

  • Legacy-IT als Bremsklotz: Ältere Anwendungen unterstützen moderne Zugriffskontrollen, Multi-Faktor-Authentifizierung oder dynamische Richtlinien nur selten. Diese Systeme brauchen besondere Schutzmaßnahmen, passende Lösungen oder eine saubere Ablösung.

  • Akzeptanz im Arbeitsalltag: Zero Trust darf für Mitarbeiter nicht wie permanentes Misstrauen wirken. Wenn Logins, Freigaben und Sicherheitsprüfungen zu kompliziert werden, entstehen Umwege und Schattenprozesse.

  • Externe Partner und Lieferketten: Viele Organisationen arbeiten eng mit Dienstleistern, Plattformen und Partnern zusammen. Ein Third-Party-Risk-Management hilft, externe Zugriffe kontrolliert zu bewerten und Risiken nachvollziehbar zu begrenzen.

  • Zero Trust beginnt zu spät: Wer erst nach dem Software-Einkauf mit der Suche nach passenden Sicherheitslösungen beginnt, kauft sich Probleme oft direkt mit ein. Bereits im Request for Information (RFI) und Request for Proposal (RFP) sollten ZTNA-Kompatibilität, Schnittstellen und granulare Berechtigungen abgefragt werden.

Mit ServiceNow das Zero-Trust-Konzept operativ steuerbar machen

Zero Trust ist auf dem Papier logisch, aber im Alltag entstehen daraus viele Freigaben, Sicherheitsmeldungen, Ausnahmen und Entscheidungen. Ohne zentrale Steuerung wird das schnell unübersichtlich.

ServiceNow ist diese zentrale Steuerung und hilft dabei, das Zero-Trust-Konzept in operative Abläufe zu übersetzen. Über IT Operations Management (ITOM) und die CMDB wird sichtbar, welche Geräte, Anwendungen, Services und Abhängigkeiten betroffen sind. Diese Kontextdaten helfen, Zero-Trust-Richtlinien gezielt anzuwenden und Risiken richtig einzuordnen.

Gleichzeitig bringen IT-Service-Management (ITSM) und Service Request Management (SRM) Struktur in Zugriffsprozesse. Berechtigungen können angefragt, geprüft, freigegeben und zeitlich begrenzt bereitgestellt werden. So bleiben Rechte stärker an konkrete Aufgaben gebunden.

Auch Sicherheitsvorfälle lassen sich besser in Maßnahmen überführen. Erkennt das Vulnerability Management eine kritische Schwachstelle, kann Security Operations (SecOps) daraus priorisierte Workflows ableiten. Über Integrated Risk Management (IRM) und das Informationssicherheits-Managementsystem werden Risiken, Kontrollen und Nachweise zusätzlich dokumentiert.

Vorteile einer Zero-Trust-Architektur

Eine Zero-Trust-Sicherheitsarchitektur stärkt die Sicherheit durch genauere Zugriffe und frühere Risikobegrenzung.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Geringeres Risiko durch kompromittierte Konten: Selbst wenn Zugangsdaten gestohlen werden, erhalten Angreifer keinen freien Zugang zu Ressourcen. Rechte bleiben begrenzt und an konkrete Anwendungen gebunden.

  • Weniger Schaden bei Angriffen: Mikrosegmentierung und kontinuierliche Prüfung erschweren die seitliche Bewegung im Netzwerk. Cyberangriffe lassen sich dadurch früher eindämmen.

  • Bessere Sicherheit in verteilten Umgebungen: Zero Trust passt zu mobilem Arbeiten, externen Partnern und modernen Hybrid-Cloud-Umgebungen.

  • Stärkere Compliance und Auditfähigkeit: Zugriffe, Entscheidungen und Sicherheitsereignisse werden nachvollziehbarer dokumentiert. Das unterstützt Anforderungen aus NIS2, DORA und einem modernen ISMS.

  • Effizientere Abläufe im IT-Betrieb: Automatisierte Freigaben, klare Workflows und zentrale Transparenz entlasten Security- und IT-Teams.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist das Zero-Trust-Prinzip?

Das Zero-Trust-Prinzip folgt dem Grundsatz „niemals blind vertrauen, immer überprüfen“. Für die moderne Netzwerksicherheit bedeutet das, dass jede Zugriffsanfrage anhand von Identität, Gerät, Kontext und Risiko geprüft wird. Dabei wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass sich Bedrohungen sowohl außerhalb als auch innerhalb des Netzwerks befinden können, weshalb auch interne Zugriffe kontinuierlich überwacht und verifiziert werden.

Das moderne Zero-Trust-Modell wurde vor allem durch John Kindervag geprägt, der die Entwicklung des Konzepts 2010 bei Forrester Research bekannt machte. Parallel setzte Google mit „BeyondCorp“ früh auf einen ähnlichen Ansatz, um sicheres Arbeiten ohne klassischen VPN-Perimeter zu ermöglichen. Seitdem haben zahlreiche weitere Unternehmen und Organisationen das Konzept aufgegriffen und weiterentwickelt, sodass Zero Trust heute als weitverbreiteter Sicherheitsstandard gilt.

Zero Trust Nachteile liegen in der Implementierung, weil bestehende Systeme, alte Berechtigungen und manuelle Freigabeprozesse sauber angepasst werden müssen. Ohne klare Roadmap, Automatisierung und gute Nutzerführung kann Zero Trust schnell komplex werden und Mitarbeiter ausbremsen. Zudem erfordert die Einführung oft erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen, was besonders für kleinere Unternehmen eine große Hürde darstellen kann.

Die Zero-Trust-Architektur lässt sich flexibel an verschiedene Branchen anpassen, insbesondere in Bereichen, in denen Informationssicherheit und Datenschutz oberste Priorität haben. Im Finanzdienstleistungssektor erhöht sie die Sicherheit von Transaktionen und den Datenzugriff durch kontinuierliche Zugriffskontrollen. Staatliche Institutionen nutzen die Zero-Trust-Architektur, um geheime Militärinformationen und nationale Sicherheitsgeheimnisse zu schützen.

 
Zero Trust erleichtert die Einhaltung regulatorischer Anforderungen wie der DSGVO durch detaillierte Protokolle und Zugriffshistorien, ermöglicht durch die kontinuierliche Überprüfung von Benutzer- und Geräteidentitäten eine proaktive Reaktion auf Bedrohungen und bietet eine verbesserte Sichtbarkeit und Kontrolle über den Netzwerkverkehr, sodass potenzielle Bedrohungen schneller erkannt werden können.

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