Service Request Management
Managing Director
Service Request Management: Service Request Management (kurz: SRM) umfasst sämtliche Prozesse, Tools und Strukturen, mit denen Unternehmen formelle Serviceanfragen systematisch erfassen, effizient bearbeiten und termingerecht erfüllen können.
- Letztes Update: 15.01.2026
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SRM stellt sicher, dass Anfragen wie Passwortzurücksetzungen, Softwareinstallationen oder Urlaubsanträge systematisch und nach definierten ITSM-Praktiken abgewickelt werden.
Durch strukturierte Freigaben, Eskalationsregeln und Serviceziele wird eine gleichbleibend hohe Qualität bei der Fallbearbeitung gewährleistet.
Mitarbeitende und Kunden können ihre Anforderungen eigenständig stellen, den Bearbeitungsstatus einsehen oder Lösungen aus der Knowledge Base abrufen.
SRM lässt sich mit Modulen wie Incident, Change oder Asset Management verbinden und trägt so zu einer durchgängigen Servicebereitstellung bei.
Jeder Fall wird zentral dokumentiert, mit KPIs überwacht und liefert wertvolle Daten für die Weiterentwicklung des Service Managements.
Was versteht man unter Service Request Management?
Unter Service Request Management versteht man sämtliche Aktivitäten, Prozesse und Tools, die ein Unternehmen nutzt, um Serviceanfragen (Requests) von Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten effizient zu bearbeiten und abzuschließen.
Sebastian Leinhos
Service Requests sind standardisierte, planbare Anforderungen, die sich auf klar definierte und vereinbarte IT Services oder allgemeine Dienstleistungen beziehen. Das Ziel ist es, den Benutzern einen einfachen, zentralen Zugang zu bieten, die Servicequalität zu verbessern, die Bearbeitungszeiten zu reduzieren und letztendlich die Nutzerzufriedenheit zu steigern.
Serviceanfragen in der Praxis
Service Request Management findet im Unternehmensalltag in zahlreichen Bereichen Anwendung – von der IT über das Marketing bis hin zur Personalabteilung. Insbesondere im Rahmen von HRSD-Prozessen (HR Service Delivery), etwa bei Urlaubsanträgen oder dem Onboarding neuer Mitarbeitender, kommen strukturierte Serviceanfragen zum Einsatz.
Typische Beispiele für Serviceanfragen
Passwortzurücksetzung: Mitarbeitende fordern über das Self-Service-Portal Hilfe an, wenn sie ihr Passwort vergessen haben.
Bestellung von IT-Systemen oder Produkten: Für neue Hardware oder Software wird eine Anfrage gestellt, die intern geprüft und bearbeitet wird.
Beantragung von Zugriffsrechten: Wer Zugang zu bestimmten Daten oder Systemen benötigt, stellt dafür eine formelle Zugriffsanfrage.
Urlaubs- oder Freistellungsanträge: Urlaubsanträge werden digital eingereicht und automatisch zur Genehmigung weitergeleitet.
Wichtige Vorteile für Unternehmen
Service Request Management ist ein zentraler Bestandteil moderner IT Service Management Strategien nach dem ITIL-Rahmenwerk (ITIL= IT Infrastructure Library) und trägt wesentlich dazu bei, Services systematisch, effizient und benutzerfreundlich bereitzustellen.
Richtig implementiert, erleichtert es die Bearbeitung von Serviceanfragen, reduziert manuelle Aufwände und verbessert die Servicequalität im gesamten Unternehmen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
Schnellere Bearbeitung von Serviceanfragen: Standardisierte Abläufe ermöglichen eine zügige Erfassung und Erfüllung von Requests – von Passwortzurücksetzungen über Softwareinstallationen bis hin zu Arbeitsplatzanpassungen.
Höhere Servicequalität durch Transparenz: Benutzer können jederzeit den Status ihrer Anfragen einsehen, was zu einer besseren User-Experience führt.
Effizienzsteigerung durch Automatisierung: Wiederkehrende Anforderungen werden durch vorkonfigurierte, automatisierte Workflows im Servicekatalog automatisch ausgeführt. So können Aufwand und Fehler reduziert werden.
Zentralisierung aller Anforderungen: Alle Services werden über ein zentrales Portal beantragt und verwaltet. Das sorgt für einheitliche Abläufe und bessere Planbarkeit im gesamten Servicemanagement.
Skalierbarkeit bei wachsendem Anfragevolumen: Dank durchgängiger Strukturierung und flexibler Tools lässt sich das Request Fulfilment auch bei steigendem Bedarf problemlos ausweiten.
Fundierte Entscheidungen durch Reporting & KPIs: IT-Verantwortliche erhalten Zugriff auf relevante Leistungskennzahlen und können so gezielt Optimierungen vornehmen.
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Die Rolle von Service Request Management in ServiceNow
Innerhalb der ServiceNow-Plattform bildet Service Request Management einen Kernbereich des IT Service Managements. Es ermöglicht Unternehmen, ihre Serviceanfragen auf einer einzigen, zentralen Oberfläche systematisch zu erfassen, intelligent zu verwalten und effizient bereitzustellen.
ServiceNow stellt dafür eine Kombination aus Self Service Portalen, durchsuchbaren Servicekatalogen und automatisierten Workflows zur Verfügung. Benutzer können ihre Anforderungen ohne IT-Kenntnisse über ein Portal einreichen, passende Lösungen aus der Knowledge Base abrufen oder direkt den richtigen Service anfordern.
Für Unternehmen bedeutet das:
standardisierte Prozesse,
weniger Rückfragen,
bessere Auslastung der IT-Teams
und eine höhere Servicequalität bei gleichzeitiger Kostenkontrolle.
Auch die Integration mit weiteren ServiceNow-Modulen wie Incident Management, Change Management, Configuration Management Database (CMDB) oder IT Operations Management (ITOM) sorgt dafür, dass alle Serviceprozesse nahtlos ineinandergreifen.
Der typische Ablauf im Service Request Management Prozess
Service Request Management folgt in ServiceNow einem klar strukturierten Ablauf, der sich an bewährten ITIL-Empfehlungen orientiert. Jeder Request wird für maximale Transparenz und Effizienz nachvollziehbar erfasst, bewertet, erfüllt und dokumentiert.
So sieht der typische Service Request Management Prozess aus:
1) Einreichung der Serviceanfrage: Benutzer stellen eine formalisierte Anfrage über ein Self-Service-Portal oder den Service Desk.
2) Kategorisierung und Priorisierung: Die Anfrage wird automatisch einem bestimmten Servicetyp zugewiesen. Kriterien wie Dringlichkeit, Benutzergruppe oder Standort können zur Priorisierung herangezogen werden.
3) Genehmigung und Validierung: Je nach Art der Anfrage wird eine Genehmigung durch Fachabteilungen oder Vorgesetzte eingeholt. Bei technischen Anforderungen erfolgt ggf. eine Validierung durch die IT-Abteilung.
4) Request Fulfilment: Das zuständige Team oder automatisierte Tools setzen die Anfrage um. Bei einfachen Anforderungen wie Passwortzurücksetzungen kann dies unmittelbar erfolgen, komplexere Prozesse folgen einem strukturierten Arbeitsablauf.
5) Abschluss und Feedback: Sobald die Anfrage erfüllt ist, wird das Ticket geschlossen. Der Benutzer erhält eine Bestätigung und kann optional Feedback zur Servicequalität abgeben.
6) Analyse und Reporting: Sämtliche Anfragen werden dokumentiert und stehen für Auswertungen zur Verfügung, unter anderem zur Verbesserung von Serviceprozessen, zur Kapazitätsplanung und zur Einhaltung von Service Level Agreements.
SRM vs. Incident Management – Unterschiede im Überblick
Obwohl Service Requests und Incidents häufig über denselben Service Desk eingehen, erfordern sie jeweils eigene Prozesse.
Service Requests sind planbare, wiederkehrende Anforderungen – etwa die Einrichtung eines neuen Benutzerkontos oder die Bestellung von Hardware. Sie basieren auf einem definierten Servicekatalog und folgen klar strukturierten Workflows. Ziel ist die effiziente Bereitstellung standardisierter Dienstleistungen.
Incidents hingegen entstehen durch ungeplante Störungen oder Ausfälle. Hier geht es darum, die Funktionsfähigkeit eines IT-Services schnellstmöglich wiederherzustellen – z.B. bei einem Serverausfall oder Problemen beim Zugriff auf ein System. Die Bearbeitung erfolgt prioritätsbasiert und erfordert häufig eine tiefere Fehleranalyse.
Während Incident Management also auf Fehlerbehebung und Störungsminimierung fokussiert ist, liegt der Schwerpunkt beim Service Request Management auf der reibungslosen Erfüllung von Anfragen.
Best Practices im Service Request Management
Service Request Management schafft die Grundlage für eine schnelle, zuverlässige und skalierbare Bearbeitung von Serviceanfragen und verbessert zugleich die Zusammenarbeit zwischen IT-Teams und Fachabteilungen. Nachstehend einige Best Practices:
Standardisierter Servicekatalog: Klar definierte Services mit Beschreibung, Zuständigkeit und Bearbeitungszeit sorgen für Transparenz und klare Erwartungen.
Zentrales Self-Service-Portal: Mitarbeiter stellen Anfragen über ein einheitliches Portal, das jederzeit erreichbar ist. So lassen sich Rückfragen vermeiden und der Support wird entlastet.
Automatisierte Abläufe: Wiederkehrende Anforderungen wie Passwort-Resets oder Softwarebereitstellungen können vollständig automatisiert bearbeitet werden.
Verknüpfung mit ITSM-Prozessen: Durch die Integration mit Change Management, Software Asset Management (SAM), Hardware Asset Management (HAM) oder Knowledge Management lassen sich Abläufe nahtlos verzahnen.
Datenbasierte Optimierung: Durch die Auswertung von Kennzahlen wie Bearbeitungsdauer oder SLA-Erfüllung können Prozesse gezielt verbessert und Engpässe frühzeitig erkannt werden.
Häufige Fragen und Antworten
Was ist Service Request Management?
Service Request Management beschreibt den strukturierten Prozess zur Bearbeitung standardisierter Serviceanfragen innerhalb eines Unternehmens. Ziel ist eine schnelle, transparente und konsistente Bereitstellung.
Was ist der Unterschied zwischen Incident Management und Service Request?
Während beim Incident Management ungeplante Vorfälle oder Störungen bearbeitet werden, geht es beim Service Request Management um planbare Anfragen zu bekannten Services. Incidents erfordern meist sofortige Hilfe, Service Requests folgen dagegen einem klar definierten Ablauf mit standardisierter Erfüllung.
Was ist ein Service Request in ITIL?
Im ITIL-Framework ist ein Service Request eine formelle, wiederholbare Anforderung eines Nutzers, um einen vorab definierten IT-Service zu erhalten. Service Requests gelten als Standardvorgänge und werden in der Regel über einen Servicekatalog abgewickelt.