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Privileged Access Management

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Sebastian Leinhos

Managing Director

Privileged Access Management gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, wenn Unternehmen administrative Zugriffe und ihre IT-Infrastruktur besser absichern wollen. PAM bringt Kontrolle in Sonderrechte, reduziert Risiken im Betrieb und unterstützt klare Nachweise für Audits, Compliance und sichere IT-Transformation.

Inhalt
Privileged Access Management– Key Takeaways
Mit Privileged Access Management werden privilegierte Konten geschützt und Zugriffe mit erweiterten Rechten auf Systeme, Anwendungen, Datenbanken oder Cloud-Ressourcen kontrolliert.
Für Unternehmen reduziert PAM die Angriffsfläche, begrenzt übermäßige Berechtigungen und unterstützt Datenschutz- sowie Compliance-Anforderungen wie GDPR, ISO 27001 oder NIS2.

Typische PAM-Funktionen sind Just-in-Time-Zugriff, automatisierte Passwort-Rotation, Secrets-Management, Session-Management und die lückenlose Überwachung privilegierter Aktivitäten.

ServiceNow verbindet PAM mit Requests, Changes, Security Operations und CMDB-Kontext, damit privilegierte Zugriffe im IT-Betrieb sauber angefordert, geprüft und dokumentiert werden.

Was bedeutet Privileged Access Management (PAM)?

Privileged Access Management (PAM) schützt Konten mit besonders hohen Rechten. Dazu gehören Admin-Konten, Dienstkonten, technische Identitäten und weitere Zugänge, die tief in Systeme, Anwendungen, Datenbanken oder Server eingreifen können.

Diese Konten haben mehr Rechte als normale Benutzerkonten. Sie können neue Benutzer anlegen, Rechte ändern, Software installieren, Systeme konfigurieren oder auf sensible Daten zugreifen. Privilegierte Benutzer sollten deshalb getrennte Standard-Benutzerkonten für ihre tägliche Arbeit nutzen. Knapp 80 % der Sicherheitsverletzungen betreffen privilegierte Konten. Deshalb brauchen sie eine strengere Kontrolle.

Eine Privileged-Access-Management-Lösung sorgt dafür, dass privilegierte Zugriffe nur gezielt, zeitlich begrenzt und nachvollziehbar vergeben werden. Administratoren, Services oder automatisierte Prozesse erhalten nur die Zugriffsrechte, die sie für eine konkrete Aufgabe brauchen. Dieses Least-Privilege-Prinzip passt eng zur Zero-Trust-Architektur, weil jeder administrative Zugriff geprüft, begrenzt und dokumentiert wird.

Warum PAM für IT-Sicherheit und Cyber Security so wichtig ist

PAM ist ein wesentlicher Baustein für IT-Sicherheit und Cyberbedrohungen, weil privilegierte Konten bei Angriffen besonders wertvoll sind. Cyberkriminelle suchen gezielt nach Passwörtern, SSH-Schlüsseln, alten Dienstkonten oder dauerhaft aktiven Admin-Rechten.

Besonders wichtig ist PAM bei der Abwehr dieser Risiken:

  • Kompromittierte Admin-Konten: Gestohlene Zugangsdaten können Angreifern weitreichenden Zugriff verschaffen.

  • Dauerhafte Sonderrechte: Zugriffsrechte bleiben oft aktiv, obwohl sie nur kurzfristig gebraucht wurden.

  • Technische Konten und Secrets: Passwörter, API-Keys oder SSH-Schlüssel liegen ohne Secrets-Management schnell an unsicheren Stellen.

  • Compliance-Anforderungen: ISO 27001, NIS2 und ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) verlangen kontrollierte Sonderrechte und belastbare Nachweise. In Deutschland empfiehlt auch das BSI den Einsatz von PAM-Maßnahmen.

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Welche Konten fallen unter Privileged Access Management?

Privileged Access Management (PAM) betrifft alle Konten, die mehr Rechte besitzen als normale Benutzerkonten. Entscheidend ist die Zugriffsebene. Wer Systeme verändern, Benutzer anlegen, Daten löschen oder Sicherheitsfunktionen umgehen kann, gehört in den PAM-Fokus.

In der Praxis ist das Thema breiter als klassische Administratoren. Sie stecken in Cloud-Umgebungen, Anwendungen, Datenbanken, Betriebssystemen, Skripten und technischen Prozessen.

Admin- und Superuser-Konten

Admin- und Superuser besitzen besonders weitreichende Rechte innerhalb eines Systems, einer Plattform oder Anwendung. Typische Beispiele sind Root-Konten unter Linux, Administratoren auf Windows-Servern oder globale Administratoren in Microsoft 365, AWS oder anderen Cloud-Umgebungen.

Wer ein solches Konto übernimmt, kann Konfigurationen verändern, Schutzmechanismen abschalten, Benutzer anlegen oder Daten löschen. Die Folgen reichen von Ausfällen bis zu schwerwiegenden Datenschutzverletzungen.

Dienstkonten, technische Konten und Secrets-Management

Dienstkonten und technische Konten gehören oft zu den gefährlichsten Identitäten, weil sie im Hintergrund laufen. Das Risiko entsteht durch hohe Rechte und schlecht geschützte Zugangsdaten.

Passwörter, Tokens oder SSH-Schlüssel landen ohne passende Verwaltung schnell in Skripten, Konfigurationsdateien oder Build-Prozessen. Modernes Secrets-Management legt diese sensiblen Zugangsdaten zentral ab, rotiert sie automatisch und reduziert den direkten Zugriff einzelner Benutzer.

Active Directory, Domänen- und lokale Administratorkonten

Active Directory und moderne Identitätsdienste sind für viele Unternehmen die bedeutende Stelle der Benutzer- und Rechteverwaltung. Domänen-Administratoren können den Zugriff auf Ressourcen, Gruppen, Richtlinien, Server und Arbeitsplatzsysteme im gesamten Netzwerk steuern.

Wenn auf vielen Geräten dasselbe lokale Admin-Passwort genutzt wird, entsteht ein direkter Angriffspfad durch Unternehmensnetzwerke. PAM hilft, diese Konten zentral zu verwalten, Passwörter regelmäßig zu ändern und administrative Aktivitäten nachvollziehbar zu erfassen.

Notfallkonten und privilegierte Konten

Notfallkonten, oft auch Break-Glass- oder Firefighter-Konten genannt, werden für Ausnahmesituationen benötigt. Sie sichern den Zugriff, wenn wichtige Identitätsdienste, Multi-Faktor-Authentifizierung oder normale Admin-Prozesse vorübergehend ausfallen.

Solche Konten brauchen besonders strenge Kontrolle. Sie umgehen im Ernstfall bewusst bestimmte Schutzmechanismen und dürfen deshalb im Alltag keinen unbemerkten Zugriff ermöglichen. PAM überwacht Aktivierungen, löst bei Nutzung Alarme aus und sorgt dafür, dass jede Aktion im System dokumentiert wird.

Wie funktioniert Privileged Access Management?

Privileged Access Management setzt einen kontrollierten Prozess vor privilegierte Zugriffe. Admins, technische Konten und automatisierte Services erhalten höhere Rechte nur nach Prüfung, zeitlich begrenzt und nachvollziehbar.

Eine PAM-Lösung verwaltet privilegierte Konten, schützt Zugangsdaten, überwacht Sitzungen und automatisiert Freigaben. So entsteht eine klare Zugriffskontrolle zwischen Benutzer und Zielsystem.

Least Privilege und Just-in-Time-Zugriff

Das Least-Privilege-Prinzip begrenzt Rechte auf das notwendige Minimum. Benutzer, Services und technische Konten erhalten nur die Zugriffsebenen, die sie für ihre konkrete Aufgabe brauchen. Zu großzügig vergebene Berechtigungen vergrößern die Angriffsfläche und machen kompromittierte Konten deutlich gefährlicher.

Der Just-in-Time-Zugriff macht daraus einen sauberen Ablauf:

  • Anforderung: Ein Administrator fordert Zugriff für ein bestimmtes System an.

  • Freigabe: Die Anfrage wird automatisch oder manuell geprüft, etwa über Workflow Automation.

  • Aktivierung: Das Recht wird zeitlich begrenzt freigeschaltet.

  • Entzug: Nach Ablauf der Zeit oder Abschluss der Aufgabe wird die Berechtigung automatisch entfernt.

So verschwinden dauerhaft aktive Sonderrechte aus dem Alltag. Das senkt das Risiko für Cyberangriffe und erschwert Cyberkriminellen die Ausweitung ihrer Rechte im System. Die Einführung von Just-in-Time-Zugriff erfordert allerdings oft einen kulturellen Wandel, weil Administratoren gewohnte Dauerrechte aufgeben müssen.

Multi-Faktor-Authentifizierung und Passwort-Tresor

Ein Passwort-Tresor schützt privilegierte Zugangsdaten zentral. Dazu gehören Passwörter, SSH-Schlüssel, API-Tokens und weitere Secrets, die sonst schnell in Skripten, Tools oder E-Mail-Verläufen landen. Das Teilen von Passwörtern erschwert außerdem die Zuordnung bösartiger oder fehlerhafter Aktionen.

Admins melden sich am PAM-System an und greifen von dort auf das Zielsystem zu. Die eigentlichen Passwörter müssen sie dabei nicht kennen. Multi-Faktor-Authentifizierung ergänzt diesen Zugriff um eine zusätzliche Identitätsprüfung und stärkt den Schutz sensibler Konten. Viele PAM-Technologien rotieren Passwörter automatisch nach der Nutzung oder in festen Abständen.

Session-Management und Protokollierung

Session-Management unterstützt die Erkennung privilegierter Aktivitäten. Eine lückenlose Überwachung privilegierter Konten ermöglicht es, Missbrauch früher zu erkennen. Sobald eine administrative Sitzung startet, kann die PAM-Lösung Befehle, Änderungen und Zugriffe überwachen und dokumentieren.

Wenn ein Benutzer plötzlich Datenbanken löscht, sicherheitskritische Einstellungen verändert oder ungewöhnliche Befehle ausführt, lässt sich die Sitzung blockieren oder für eine spätere Analyse sichern. Für Incident Management und Audits ist diese Dokumentation besonders wertvoll. Bei Vorfällen bleibt nachvollziehbar, wer wann welche Änderung durchgeführt hat und welche Folgen daraus entstanden sind.  

Automatisierung des Benutzerlebenszyklus

PAM unterstützt auch die Verwaltung privilegierter Rechte über den gesamten Benutzerlebenszyklus. Neue Mitarbeiter im IT-Support erhalten passende Zugänge rollenbasiert, bestehende Rechte werden regelmäßig geprüft und alte Konten rechtzeitig gesperrt. Die regelmäßige Überprüfung von Zugriffsrechten dient der Sicherheit und verhindert, dass veraltete Berechtigungen unbemerkt bestehen bleiben.

Besonders kritisch sind Abteilungswechsel und Austritte. Bleiben privilegierte Konten nach einem Rollenwechsel aktiv, entstehen vermeidbare Sicherheitslücken. Über Service Request Management lassen sich Anfragen, Freigaben, Rezertifizierungen und Sperrungen deutlich sauberer steuern.

Best Practices bei der Einführung von PAM

Bei der Einführung sollten Unternehmen zuerst klären, wo privilegierte Konten existieren, welche Systeme kritisch sind und welche Prozesse im Alltag funktionieren. Die Identifikation privilegierter Konten ist der erste Schritt jeder belastbaren PAM-Strategie. Bewährt haben sich vier Praktiken:
Bestandsaufnahme vor Toolauswahl: Konten, Systeme, Anwendungen und Abhängigkeiten müssen sichtbar sein. Eine Configuration Management Database hilft, vergessene Dienstkonten, lokale Admins und kritische Legacy-Systeme zu erfassen.

Kritische Systeme zuerst absichern: Der Start sollte bei Domänen-Controllern, Cloud-Konsolen, Datenbanken oder sensiblen Gesundheits- und Finanzdaten liegen. Danach folgen weitere Konten und Anwendungsfälle.

Benutzerfreundlichkeit ernst nehmen: PAM darf Administratoren nicht unnötig ausbremsen. Kurze Schulungen, klare Abläufe und gut integrierte Requests erhöhen die Akzeptanz.

Automatisierung früh einplanen: Manuelle Freigaben, Passwortwechsel und Rezertifizierungen skalieren schlecht. Workflow Automation entlastet das IT-Team und reduziert Fehler.

Vorteile von Privileged Access Management

Privileged Access Management reduziert Risiken an einer besonders kritischen Stelle der Informationssicherheit.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Besserer Schutz auf technischer Seite: Cyberkriminelle brauchen oft administrative Rechte, um Systeme zu übernehmen oder Daten zu löschen. PAM erschwert diesen Schritt.

  • Weniger dauerhafte Sonderrechte: Just-in-Time-Zugriff und Least Privilege verhindern, dass privilegierte Konten dauerhaft zu viel dürfen.

  • Mehr Transparenz bei Vorfällen: Session-Management und Protokollierung zeigen, welcher Benutzer welche Änderung durchgeführt hat. Das unterstützt Incident Management.

  • Einfachere Audits: PAM liefert Nachweise für Zugriffe, Aktivitäten und Freigaben. Das hilft bei ISO 27001, NIS2 und einem Informationssicherheits-Managementsystem.

Mit ServiceNow Privileged Access Management operativ steuerbar machen

Für Unternehmen empfiehlt sich ServiceNow, weil privilegierte Zugriffe dort direkt mit bestehenden IT-Prozessen verbunden werden können. Im IT Change Management kann ServiceNow prüfen, ob ein genehmigtes Wartungsfenster vorliegt, bevor erhöhte Rechte freigegeben werden. Nach Abschluss des Changes wird der Zugriff automatisch wieder geschlossen.

Über Service Request Management lassen sich temporäre Rechte sauber anfordern, genehmigen und dokumentieren. Bei auffälligen Aktivitäten kann Security Operations (SecOps) automatisch ein Incident-Ticket erstellen und weitere Maßnahmen anstoßen. Erkennt Vulnerability Management zusätzlich eine kritische Schwachstelle, kann Patch-Management die Behebung strukturierter in den Betrieb bringen. Neue Server, Cloud-Ressourcen oder kritische Anwendungen werden schneller sichtbar.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen IAM, PIM und PAM?

Identity and Access Management (IAM) steuert die allgemeine Identitäts- und Zugriffsverwaltung für Benutzer, etwa E-Mail, HR-Tools oder Standardanwendungen. Privileged Access Management (PAM) ist eine spezialisierte Teilmenge von IAM und konzentriert sich auf besonders kritische Zugriffe mit erweiterten Rechten. Privileged Identity Management (PIM) regelt, wer eine privilegierte Rolle aktivieren darf, während PAM den tatsächlichen administrativen Zugriff auf Systeme überwacht, begrenzt und dokumentiert.

Bei einer Cloud-Migration entstehen neue administrative Konsolen, Cloud-Produkte und Schnittstellen mit weitreichenden Rechten. PAM sorgt dafür, dass globale Admin-Konten abgesichert, externe Dienstleister über Third Party Risk Management besser überwacht und dauerhafte Sonderrechte durch zeitlich begrenzte Zugriffe ersetzt werden.

Bei einem IT-Carve-out müssen Systeme, Daten und Rechte sauber getrennt werden, damit keine alten Zugriffe bestehen bleiben. PAM verfolgt hier ein klares Ziel. Ehemalige Administratoren, verwaiste Dienstkonten und technische Schnittstellen dürfen Cyberkriminellen keine offenen Wege in die neue oder alte Umgebung bieten.

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